Mithilfe des Kamishibai`s werden Kinder zu kleinen Geschichten-Erzählern

Kamishibai

Vorhang auf für das freie Erzählen!

Das kleine Theater zieht seine Zuschauer in den Bann - ob im Klassenzimmer, in der Aula oder Zuhause. Öffnen sich die Flügeltüren und geben den Blick frei auf Bildkarten rund um Geschichten, Märchen, religiöse Feste, Klanggeschichten oder spannende Sachgeschichten, wird das Kamishibai zu einem Erzähltheater.

Vertiefende Auseinandersetzung mit Kinderliteratur, Sprechanlässe schaffen und Schulung der Kompetenz Zuhören - das Kamishibai hat als Methode der Sprachförderung längst Einzug in der Grundschule gehalten. Das ursprünglich aus Japan stammende Erzähltheater bedeutet übersetzt „Papiertheater“ und ermöglicht, Bildungsziele und Kompetenzen im Unterricht umzusetzen.

Fahrradfahrende japanische Süßigkeitenhändler konnten zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur die Naschlust der Kinder wecken, sie erzählten mit wechselnden Bildern auch Geschichten. Eigens dafür entworfene Bilder wurden in einen Rahmen geschoben, der mit Seitenstützen versehen war und einen bühnenähnlichen Charakter hatte. Die Händler wanderten mit dem Fahrrad von Ort zu Ort, um den Kindern Süßigkeiten zu verkaufen und Geschichten zu erzählen. Meist erzählten sie die Geschichten mit einem Cliffhanger, damit die Kinder mit Spannung auf den nächsten Besuch des Süßigkeitenhändlers warteten. Dann rannten sie begierig und freudig herbei, wenn der Erzähler sie mit seinen Klanghölzern herbeirief.

Tolle Ideen für Kamishibai in der Schule

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Das Kamishibai in der Schule

Diese Faszination ist auch heute noch in der Schule zu spüren, wenn das Kamishibai im Unterricht aufgestellt wird und die Bildkarten in den Rahmen gesteckt werden. Es eignet sich sowohl für eine Vorführung der Kinder als auch der Lehrkraft. Egal ob aus Holz oder Pappe – das Theater mit Flügeltüren kann in vielen Fächern zum Einsatz kommen und schafft eine ganz besondere Atmosphäre. Denn es bietet Chancen, für eine ganzheitliche Sprachförderung und einen bildlichen Zugang zu nahezu jedem Thema: Im Religionsunterricht werden biblische Geschichte und die Gefühle der Figuren erarbeitet, im Sachunterricht werden mit Fotobildkarten Lebensräume und Tiere unter die Lupe genommen, im Deutschunterricht werden Geschichten, Märchen und Kinderliteratur entdeckt, aber auch eigene Geschichten entworfen und erzählt.

Vorteile des Erzähltheaters

  • Das bildgestützte Erzählen und das stetige Wechseln zwischen Zuhören und Zuschauen ermöglicht ein direktes Eintauchen in die Geschichte.
  • Die Kinder lernen verschiedene Geschichten kennen.
  • Konkrete und abstrakte Vorgänge können durch die Bildunterstützung besser verstanden werden.
  • Die Handhabung des Theaters ist leicht, es kann überall genutzt werden und eignet sich für alle Altersklassen.
  • Schüler haben die Zeit, sich intensiv auf das Bild einzulassen und werden geschult, Details wahrzunehmen.
  • Das Erzählen von Geschichten regt die Kreativität an. Die Kinder werden dazu ermutigt, die gehörte Geschichte umzuschreiben oder weiterzuentwickeln.
  • Es wird das aktive Zuhören der Kinder gefördert.
  • Die Sprache und das Sprachgefühl werden gefördert.
  • Die Kinder lernen, selbstständig zu arbeiten und ihre Ergebnisse der Klasse zu präsentieren.
  • Der Wortschatz der Schüler wird erweitert und gefestigt, denn Wort und Bild ergänzen sich beim Kamishibai. Wörter, die noch nicht verstanden werden, erklären sich durch das Bild. Gerade für Kinder, die die Sprache noch nicht beherrschen, ist dies eine große Erleichterung.
  • Schüler lernen, Gefühle zu verstehen und zu beschreiben. Die Form der Vorführung ermöglicht es, die Erzählung immer wieder zu unterbrechen und auf die Gefühle der Figuren einzugehen.
  • Die Kinder trainieren das bildgestützte Erzählen.
  • Die Präsentation mit dem Erzähltheater fördert zudem die Sozialkompetenz der Klasse.

Das Kind wird zum Erzähler

Übernimmt das Kind die Rolle des Erzählers, ist der eigentliche Wert des kleinen Theaters erfüllt. Beginnen die Kinder Geschichten frei zu erzählen, wird eine ganzheitliche Sprachförderung ermöglicht und der Wortschatz der Schüler erweitert. Dies ist gerade im Bereich DaZ (Deutsch als Zweitsprache) nützlich, hier dient das Kamishibai als bestmöglicher Helfer.

Auf vielen Ebenen wird das Kind in seiner Entwicklung durch das Erzähltheater unterstützt: Die Kinder lernen, selbstständig zu arbeiten und stärken durch die Präsentation ihrer Geschichte das Selbstvertrauen. Sie lernen, vor der Gruppe zu sprechen, haben aber das Theater als „Hilfe“. Die Kreativität und Sprachentwicklung der kleinen Erzähler werden gestärkt, wenn sie Geschichten umschreiben oder weiterentwickeln.

Tipps für den Einsatz im Unterricht

  • Stellen Sie sicher, dass alle Kinder gut sehen können. Stühle oder Sitzkissen können dazu bereits im Vorfeld bereitgestellt werden. Auch genug Licht sollte vorhanden sein, damit die Kinder die Bilder gut sehen können.
  • Üben Sie das Erzählen im Vorfeld. Da Sie selbst seitlich hinter dem Kamishibai sitzen, sollte ein Erzählen ohne die Bilder gelingen. Ist die Rückwand des Theaters offen, können kleine Stichworte und Notizen auch auf die Rückseite der Bilder geschrieben werden.
  • Spannendes Erzählen will gelernt sein: Sprechen Sie mit verstellter Stimme, geben Sie jeder Figur eine eigene Tonlage. Arbeiten Sie auch mit Cliffhangern, diese sorgen für weitere Spannung.
  • Ebenso sorgen mitgebrachte Gegenstände, die in der Geschichte eine Rolle spielen, für Abwechslung und Spannung. Wird die Erzählung zum Stundenbeginn als Ritual über mehrere Tage erzählt, dienen die Gegenstände auch als Erinnerung und helfen, die Geschichte zu wiederholen.
  • Geschichten können von den Kindern weiterentwickelt oder verändert werden. Die Schüler malen dazu eigene Bilder, die sie im Anschluss der Klasse präsentieren. Eine Geschichte kann entweder frühzeitig an einer spannenden Stelle gestoppt werden, die Kinder erfinden ein eigenes Ende. Sie können die Geschichte auch komplett vorlesen und die Kinder dazu anregen, die Erzählung zu verändern

 

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