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die Zukunft! Wie sieht der digitale Unterricht aus, wenn Videokonferenzen nicht mehr nötig sind?

Der durch die Corona-Pandemie erzwungene Fernunterricht hat die bisher eher schleppendverlaufene Digitalisierung der Schulen in Deutschland notgedrungen beschleunigt. Internet und digitale Medien ermöglichten über die Distanz, dass Lehrerinnen und Lehrer trotz geschlossener Schulgebäude zumindest eingeschränkt unterrichten konnten. Die im Fern- und Wechselunterricht gesammelten Erfahrungen rundum digitale Formate, Tools und Konzepte können nun die Grundlage bilden, den digitalen Unterricht weiterzuentwickeln – und etwa hybrides Lernen als gängiges Unterrichtskonzept in den Schulalltag zu integrieren.

Hybridunterricht bedeutet, dass Präsenzunterricht mit Online-Lernen, dem sogenannten E-Learning, verknüpft wird. Dieses Vorgehen hat im Zuge der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Im Wechselunterricht, bei dem immer nur ein Teil einer Klasse im Klassenraum anwesend sein durfte, war es auf diese Weise möglich, die daheim lernenden Schülerinnen und Schüler in das tagesaktuelle Unterrichtsgeschehen einzubinden. In Kleingruppen bestehend aus Kindern im Präsenz- und Fernunterricht konnten sich die Schülerinnen und Schüler somit einem gemeinsamen Arbeitsauftrag widmen, indem sie ortsunabhängig zugehörige Teilaufgaben jeweils selbstständig bearbeiteten. Videokonferenz, Chat oder E-Mail boten ihnen die Möglichkeit, sich währenddessen abzusprechen und zu unterstützen. Diese Art der Kleingruppenarbeit ließ sich auch im Distanzunterricht umsetzen.

Ziel des Blended Learning ist es, die jeweiligen Stärken des Präsenzunterrichts und des E-Learnings zu nutzen

 

Die aus der Notwendigkeit der Pandemie geborene Aufteilung in kleinere Lerngruppen ist jedoch nur eine Variante, hybrides Lernen umzusetzen. Unter dem Begriff „Blended Learning“ besteht das Konzept des Hybridunterrichts bereits seit Längerem. Das Prinzip ist dasselbe: Präsenzlernphasen und digital gestützte Selbstlernphasen wechseln sich ab oder gehen ineinander über. Ziel des Blended Learning ist es, die Stärken beider Lernphasen zu nutzen.

Die Selbstlernphase mithilfe digitaler Medien ermöglicht individuelles und selbstgesteuertes Lernen. Die Schülerinnen und Schüler können ihren Lernort, die Lernzeit sowie ihr Lerntempo selbst wählen. Stellt die Lehrkraft zudem ein differenziertes Lernangebot zur Verfügung, besteht eine gewisse Freiheit mit Blick auf den Lernweg und die Auswahl der inhaltlichen Schwerpunkte. Der Präsenzunterricht im Klassenverband fokussiert dagegen auf die soziale Interaktion sowie die individuelle Unterstützung. Schülerinnen und Schüler können Fragen stellen, miteinander diskutieren und das Erlernte – etwa in Gruppenarbeit – auf eine vergleichbare Fragestellung übertragen. 

Ein mittlerweile bekanntes Beispiel für diese Art des Lernens ist der „Flipped Classroom“. Dabei bereiten sich die Schülerinnen und Schüler außerhalb der Schule mithilfe digitaler Tools auf den Präsenzunterricht vor, zum Beispiel mit Lernvideos, die in einen neuen Lerngegenstand einführen, mit auf einer Lernplattform eingestellten Materialien und Arbeitsaufträgen oder Lern-Apps. In der Schule kann die Lehrkraft dann auf die frontale Instruktion verzichten und mit den Schülerinnen und Schülern direkt ins Thema einsteigen. Im Zuge des Präsenzunterrichts entstehen wiederum neue Arbeitsaufträge, denen sich die Schülerinnen und Schüler in der nächsten Selbstlernphase widmen können. So greifen digitale und analoge, synchrone und asynchrone Lernformate ineinander.

 

In erster Linie bedarf es einer ausreichenden technischen Ausstattung

Um diese Vorteile jedoch nutzen zu können, müssen einige Voraussetzungen geschaffen werden. In erster Linie bedarf es einer ausreichenden technischen Ausstattung. Das heißt: alle Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler verfügen über ein digitales Endgerät und eine schnelle Internetverbindung – sowohl in der Schule als auch zu Hause. Inwiefern sich Hybridunterricht umsetzen lässt, hängt darüber hinaus vom Unterrichtsfach, dem Alter der Schülerinnen und Schüler, ihrer Selbstlernkompetenz sowie ihrer Medienkompetenz und der der Lehrkraft ab. Die im Wechsel- und Distanzunterricht gemachten Erfahrungen können allerdings helfen, diese Hürden zu überwinden. Schulgemeinschaften sollten sie daher sammeln, auswerten und als Chance begreifen, den begonnen Digitalisierungsprozess weitervoranzubringen.

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