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Hybrid-Unterricht – von der Wissensvermittlung hin zur Lernbegleitung

Damit Homeschooling erfolgreich sein kann, müssen Schülerinnen und Schüler darauf vorbereitet werden, aktiv und verantwortungsvoll zu lernen.

Die Corona-Krise verlangt von Lehrkräften größtmögliche Flexibilität – bis hin zum möglichen Wechsel zwischen Präsenz- und Fernunterricht, dem sogenannten Hybrid-Unterricht. Je ungewisser der Rahmen ist, in dem der Unterricht stattfinden kann, desto variabler müssen die Methoden sein, die zum Einsatz kommen können. „Agile Didaktik“ ist eines der Zauberwörter. Eigentlich ist damit nichts anderes gemeint, als dass die Unterrichtsplanung  nicht zu einem starren Ablauf führen soll – sondern dass sie auf einem stetigen Austausch zwischen der Lehrkraft und den Lernenden basiert. Dieser Austausch soll in einem Lernprozess münden, der beide Seiten einbezieht.   

Unterrichtsmethoden und -management

Kooperative Lernformen sind möglich

Ein Beispiel dafür ist die Lernwerkstatt, eine gestaltete Lernlandschaft mit einem vielfältigen Materialangebot also, das aktiv-entdeckendes, forschendes, selbstbestimmtes, kooperatives und selbsttätiges Lernen fördern soll. Im Präsenzunterricht können dies Bücher und Begleitmaterialien, Kinder- und Jugendliteratur, Gesellschaftsspiele oder Montessori-Materialien sein. Im Fernunterricht bieten sich Lernprogramme und Linklisten für Schülerinnen und Schüler an, auch lexikalische Seiten mit verifiziertem Wissen, mit denen sich Themenfelder erschließen lassen. Digitale Kommunikationsplattformen bieten auch in der Distanz Möglichkeiten zur Gruppenarbeit, sodass auch kooperative Lernformen in der Lernwerkstatt möglich sind.

Das Stationenlernen ist eine Variante, bei der das bereitgestellte Material etwas stärker strukturiert wird; dabei werden den Schülerinnen und Schülern etappenweise unterschiedliche Angebote gemacht, selbstständig den Stoff zu erschließen. Ob in der Lernwerkstatt oder im Stationenlernen: Durch Art und Auswahl der Aufträge sowie durch das ausgewählte Material wird die Vielfalt möglicher Zugänge zum Thema betont. Die Schülerinnen und Schüler lernen zu lernen. Die Methoden weisen den Lernenden eine aktive und verantwortungsvolle Rolle innerhalb des Lernprozesses zu.

Zentral dabei: die Ergebnissicherung. Ein stimmiger pädagogischer Ansatz setzt auch hier auf kreative und eigenverantwortliche Formate, die den Lernenden Raum geben, sich zu entfalten. Eine Möglichkeit: ein Lernportfolio, in dem die Schülerin oder der Schüler seine Ergebnisse sammelt. Eine besonders motivierende Variante ist ein Lapbook, eine selbstgestaltete Mappe also, in der die Inhalte im Inneren mittels verschiedener Elemente wie Faltbüchlein, Aufklappkarten, Fächer, Umschläge oder Leporellos visuell dargestellt werden.

Unsere Vorschläge für kooperative Lernformen

Analog oder digital? Das spielt keine Rolle

So oder so: Freie Formate der Ergebnissicherung eignen sich – anders als Tests oder Klassenarbeiten – dazu, die innere Auseinandersetzung mit einem Lernthema zu intensivieren, individuelle Lernprozesse zu stärken sowie persönliche Bezüge zu einer Forscherfrage herauszuarbeiten. Auf diese Weise wird differenzierendes und selbstbestimmtes Lernen ermöglicht, „agile Didaktik“ also, mit der erfolgreicher Hybrid-Unterricht möglich wird. Inhaltlich spielt es dabei keine Rolle, mit welcher Art von Materialien gearbeitet wird. Auf die Qualität der angebotenen Informationen kommt es an, nicht darauf, ob sie analog oder digital bereitgestellt und gesammelt werden. Also gilt auch hier: größtmögliche Flexibilität.

Eines aber ändert sich gegenüber dem tradierten Unterricht: die Lehrerrolle. Sie verschiebt sich – weg von der Wissensvermittlung hin zur Lernbegleitung. Aus der Distanz heraus lässt sich ein lehrerzentrierter Unterricht nicht mehr sinnvoll gestalten. Es macht also viel Sinn, die Schülerinnen und Schüler beizeiten darauf vorzubereiten.


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